Wissenschaftliche Grabung am Bromacker (GeoRoute 6)

Koordinate:Öffnet externen Link in neuem Fenster 50° 48′ 35.04“ N, 10° 37′ 8.96“ E
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In Europa einzigartig ist die Fossil-Lagerstätte auf dem Bromacker im Apfelstädtgrund zwischen Georgenthal und Tambach-Dietharz. Vor 120 Jahren wurde hier die erste Fährtenplatte geborgen. Schnell wurden die Steinbrüche auf dem Bromacker zu einem der bedeutendsten Fundorte permischer Tetrapoden-Fährten auf der Welt. Doch die eigentliche Sensation kam erst 1974 ans Licht, als Dr. Thomas MARTENS bei geologischen Kartierungen zufällig einige Knochen in den Siltsteinen, im Hangenden der Sandsteine fand. Diese Knochen waren der erste Hinweis auf die „Verursacher“ der Tambacher Fährten.

Seit 1978 finden hier jedes Jahr gezielte Ausgrabungen unter der Leitung von Dr. Thomas MARTENS (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ursaurier.de) statt, seit 1993 unter Beteiligung amerikanischer Paläontologen. Mehr als 40 Skelette, die mindestens 13 verschiedenen Arten angehören, wurden bislang geborgen. Die meisten stellen Erstfunde im Weltmaßstab dar. Es sind frühe Landwirbeltiere, die oft eine Mischung amphibischer, reptilischer und säugetierähnlicher Merkmale zeigen. Man kann sie unter dem Begriff „Ursaurier“ zusammenfassen.

Die Fauna zeigt enge Verbindungen zum Unterperm Nordamerikas. Gemeinsame Arten wie Seymouria sanjuanensis, die auch aus der Cutler-Formation in New Mexico (USA) bekannt ist, sind ein anschaulicher Beweis für eine Landverbindung der Kontinente im Perm und damit für die Existenz des Superkontinents Pangäa.

Ursaurier Eudibamus cursoris von der Fundstelle am Bromacker (GeoRoute 6) zwischen Georgenthal und Tambach-Dietharz

Die besondere Bedeutung der Fundstelle auf dem Bromacker besteht aber darin, dass hier ein rein terrestrisches Ökosystem eines Hochlandmillieus überliefert ist. Dieser Fazies-Bereich hat, vor allem in Europa, noch keine bedeutende Fundstellen hervorgebracht. Die Wirbeltierfundstellen des Perms konzentrieren im aquatischen Bereich (Seeablagerungen) des Tieflandes.

Der „Bromacker-Horizont“ ist heute – nach rund 3 Jahrzehnten Forschung – die paläontologisch und sedimentologisch am besten untersuchteste Schicht des Unteren Perm auf der Welt. Die hier gewonnnen Erkenntnisse gehen weit über die reine Wirbeltier-Paläontologie hinaus. Die Funde liegen vorwiegend im Museum der Natur in Gotha.

Ursaurier Seymouria sanjuanensis auf dem Saurier-Erlebnispfad (GeoRoute 6) zwischen Georgenthal und Tambach-Dietharz

Der Saurier-Erlebnispfad (GeoRoute 6)

Für den Besucher der Ursaurier-Fundstelle am Bromacker wurde ein Saurier-Erlebnispfad von Georgenthal und von Tambach-Dietharz zur Ursaurier-Fundstelle angelegt. Die feierliche Eröffnung des Pfades fand am 18.09.2011 zum Tag des Geotops statt. Die Erweiterung der GeoRoute 6 vom Bromacker nach Tambach-Dietharz wurde am 02.05.2017 eingeweiht.

 

Einige Links zum Geotop Bromacker

zur wissenschaftlichen (paläontologischen) Grabung am Bromacker:

 

weitere Links zum Thema Bromacker in den Medien (kleine Auswahl, Stand 2010):

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