Diese GeoRoute 9 überquert den Rennsteig und ist mit ihren Nebenrouten die längste im GeoPark. Sie führt von der Tropfsteinhöhle Kittelstal bei Ruhla über den Rennsteig zur Altensteiner Höhle bei Bad Liebenstein. Vor mehr als 250 Millionen Jahren allerdings wäre diese Wald-Wanderung eine Tauchtour gewesen. Damals, im Erdzeitalter des Oberen Perm (Zechstein-Zeit), befand sich das heutige Mitteleuropa in den Tropen. Durch plattentektonische Vorgänge hatte sich hier ein Becken gebildet, das aufgrund seiner Verbindung zum Weltmeer vor etwa 257 Millionen Jahren überflutet wurde. Es entstand ein flaches tropisches Binnenmeer, das sogenannte Zechsteinmeer. Dieses Meer hatte Inseln, wie die Insel im Raum um den Rennsteigort Ruhla. Um diese Ruhlaer Insel haben im Laufe der Jahrtausende riffbildende Organismen (v. a. Moostierchen und einzellige Lebewesen) mächtige Riffe ausgebildet. Ein solches Riff ist das Altensteiner Riff bei Bad Liebenstein. Es ist nicht nur das größte (ca. 1,6 km²) Riff an der Ruhlaer Insel, sondern auch ein überaus ergiebiger Fundort von Tierfossilien aus der Zechstein-Zeit. Dies gilt besonders für die 1799 entdeckte Altensteiner Höhle. Sie ist Teil des Landschaftsparks von Schloss Altenstein und gibt einen faszinierenden Einblick in den inneren Aufbau des Altensteiner Riffs. Schon kurz nach Entdeckung dieser Höhle beschrieb der Gothaer Geologe und Paläontologe E. F. von Schlotheim die hier gefundenen Fossilien als Rifflebewesen und die Berge als „fossile Riffe der Vorwelt“. Bei der weiteren Erschließung der Altensteiner Höhle fand man auch viele andere eiszeitliche Fossilien, darunter Knochen von Höhlenbären (Ursus spelaeus), deren Alter auf 40.000 bis 100.000 Jahre geschätzt wird.

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