Der Geopark Thüringen Inselsberg-Drei Gleichen steht unter dem Motto: “Auf den Spuren von Pangäa“. Mit der bedeutenden Fundstätte „Bromacker“ bei Georgenthal und Tambach-Dietharz im Thüringer Wald verfügt der Geopark über ein international bedeutendes Alleinstellungsmerkmal, das ihn als „die Wiege der Saurier“ auszeichnet.

Der Name bezieht sich auf zwei wichtige Landmarken im Geopark. Die erste ist ein Ensemble aus drei mittelalterlichen Burgen im Thüringer Becken, welche als „Drei Gleichen“ bezeichnet werden. Die zweite Landmarke ist der „Große Inselsberg“, der markanteste Berg im Thüringer Wald.

Die “Drei Gleichen” stehen in Sichtweite zueinander auf den bunten Gesteinen der Oberen Trias in Entfernungen von nur 1,4 km, 3,3 km und 3,6 km. Die Gesteine formen die eindrucksvollen Badlands unterhalb der Burgen.

Die Burgen wurden nicht zur gleichen Zeit errichtet, sie sehen sich nicht ähnlich und sie waren niemals im Besitz der gleichen Herren. Vermutlich stammt der Name “Drei Gleichen” einfach von der Tatsache, dass die Burgen sehr nah beieinander liegen und jede auf einem Berg steht, der ähnlich geformt und hoch ist. Schon 1713 schrieb Gregorius J. G. MELISSANTES:

 

“Diese drey Schlösser liegen im Triangul […] auf dreyen Bergen gleicher Höhe,

daher man sie auch die Gleichen nennet.“

 

Die Sage erzählt eine aufregendere Geschichte über die Herkunft des Namens. In einer stürmischen Nacht im Mai 1231 wurden alle drei Burgen gleichzeitig durch Blitze getroffen und brannten nieder. Die Sage basiert nicht auf historischen Fakten. In den Jahren 2003, 2011 und 2014 wurde an die Legende mit einem spektakulären Feuerwerk, dem sogenannten „Dreinschlag“ erinnert.

Die Mühlburg und der Ort Mühlberg unterhalb der Burg wurden das erste Mal am 1. Mai 704 n. Chr. in der Schenkungsurkunde des Thüringer Herzogs HEDAN II. an den Bischof WILLIBRORD erwähnt. Es ist das älteste Dokument in Thüringen, in dem eine Burg und deren Ansiedlung genannt wurden.

 

Der “Große Inselsberg”

Der “Große Inselsberg” (916,5 m ü. NN) ist der höchste Berg im westlichen Thüringer Wald und bei weitem der beste Aussichtspunkt im Bundesland Thüringen. Mehr als 200.000 Besucher pro Jahr erfreuen sich an dem einzigartigen Blick in alle Himmelsrichtungen.

Vom Großen Inselsberg haben Sie einen guten Ausblick auf den ganzen Geopark und weit darüber hinaus. An einem klaren Tag können Sie den Gipfel des “Hohen Hagen” (480 m ü. NN) sehen, welcher 84 km nordwestlich in Hessen liegt und den höchsten Gipfel des Harzes, den “Brocken” (1141 m ü. NN), der 106 km nördlich in Sachsen-Anhalt liegt.

Der berühmte Mathematiker und Mitbegründer der modernen Vermessungskunde CARL FRIEDRICH GAUSS (1777-1855) nutzte diese Umstände, um das größte geodätische Dreieck seiner Zeit zu messen. Das sogenannte “Große Dreieck” Brocken – Hoher Hagen – Großer Inselsberg (kurz: △ BHI) war eine wegweisende Arbeit der Präzisionsmessung und ein Meilenstein in der Entwicklung der modernen Vermessungskunde.

Wie andere Gipfel im Thüringer Wald besteht der “Große Inselsberg” aus Rhyolithen des Unteren Perm. Das Gestein ist resistenter gegenüber Wettereinflüssen als die Sedimente des Unteren Perm und den älteren metamorphen Gesteinen in der Umgebung.

Der Inselsberg wurde das erste Mal (als “Enzenberc”) in der berühmten mittelhochdeutschen Spruchdichtung “Der Sängerkrieg auf der Wartburg“, die um 1250 geschrieben wurde, erwähnt. Interessanterweise enthält diese literarische Ersterwähnung Bezüge zu “Feuer und Asche”, welche sehr passend sind für einen Berg, der aus vulkanischen Gesteinen besteht.

In dem vorgenannten Vers der Spruchdichtung (Vers CXIII der Nummerierung von L. ETTMÜLLER 1830) glüht der Teufel vor Wut und Frustration über Wolferam (die Figur basiert auf dem berühmten mittelalterlichen Dichter WOLFRAM VON ESCHENBACH), der ihm Streiche spielt:

 

„Für was hast Du mich her bemühet Wolferam?

Nun siehe wie mein Leben glühet!

Rührt’ ich den Enzenberc in diesem Zorne,

er müsst zu Asche werden gar.“

 

Die korrekte Schreibweise “Inselberg” oder “Inselsberg” ist Gegenstand eines lang andauernden Streites. Wir folgen der häufigen Schreibweise mit “s” wie sie von JOHANN WOLFGANG VON GOETHE vorgeschlagen wurde und im offiziellen deutschen Wörterbuch (Duden) niedergeschrieben ist.