Friedrichrodaer Bergbaupfad

GeoRoute 7

Mit herzoglicher Erlaubnis und der Hoffnung, Silbererz zu finden, begann in Friedrichroda vor gut 500 Jahren die „Eroberung“ der umliegenden Berge. Anstatt Silber- wurden Eisen- und Manganerze gefunden und in den folgenden Jahrhunderten in mehreren Bergwerken abgebaut. Der Gottlob (572 m ü. NN) ist mit Bergwerken geradezu durchlöchert. Einige Zeugnisse des Altbergbaus sind noch zu erkennen, wie z. B. das Mundloch der Grube Glücksstern. Es vermittelt einen authentischen Eindruck von der Arbeit der Bergmänner. Der Gottlob ist aber auch eine ganz besondere geologische Fundstelle. Denn hier wurden erstmals einige Mineralien entdeckt, darunter auch der weltweit einmalige Gottlobit. Die Friedrichrodaer nennen den Gottlob gern ihren Hausberg. Vor etwa 290 Millionen Jahren aber war er ein See mit einer offenbar reichen urzeitlichen Flora und Fauna. Über 10.000 Amphibien und Fische hinterließen ihre Spuren im Gottlober Gestein. Wie diese Pflanzen- und Tierwelt im einstigen Gottlobsee ausgesehen hat, zeigt ein Diorama im GeoInfozentrum an der Marienglashöhle. 1847 wurden am Gottlob auch die ersten Ursaurier-Fährten entdeckt. Diese „Fußabdrücke“ stammen von Sauriern, die ca. einen Meter groß und eine Art Übergangswesen vom Lurch zum Reptil waren. Heute kaum vorstellbar, aber zu Zeiten des Gottlobsees waren hier auch Ginkgo-Gewächse weit verbreitet. Davon zeugen die zahlreichen Pflanzenfossilien. Friedrichrodas größter touristischer Anziehungspunkt mit jährlich ca. 60.000 Besuchern ist jedoch die Marienglashöhle. Sie ist ein geologisches Naturdenkmal und besitzt eine der schönsten und größten Gipskristallgrotten Europas. Das einstige Bergwerk wurde 1778 erschlossen. Sechs Jahre später wurde die Grotte mit einem Höhlensee und bis zu 90 cm langen Gipskristallen entdeckt.

  • Länge / Kategorie: ca. 7km, Rundwanderweg
  • Höhenunterschied: ca. 420 – 570 m ü. NN
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Wegebeschaffenheit: Waldwege, sandgeschlämmte Schotterdecke, teilweise Bitumendecke
  • geologische Stationen: Naturdenkmal Plattenbruch am Gottlob • Mundloch der Grube Glücksstern (Mineral-Fundstelle) • Marienglashöhle
  • touristische Stationen: Sportbad Friedrichroda, Kurpark, Bergtheater, Sankt Blasius Kirche, Heimatmuseum, Informations- und Ausstellungszentrum Spiritueller Tourismus, Schlosspark Reinhardsbrunn
  • Service: Audioguide mit 14 Hörstationen
  • Information: GeoInfozentrum an der Marienglashöhle (an der B 88) und Kuramt Friedrichroda

Text: Dr. Bettina Aschenbrenner (Tourismusverband Thüringer Wald Gothaer Land e.V.)

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